QuiltCon 2025 in Phoenix - Quilts
5.3.2025
Im Februar habe ich die QuiltCon besucht, hier zeige ich ein paar Quilts, die mir gefallen haben.
Schon im vorherigen Beitrag, dem Monatsspaziergang habe ich von meiner Reise in die USA berichtet. Ein Besuch der QuiltCon stand schon lange auf meiner Wunschliste.
Ich mag die modernen Quilts sehr, auch wenn „modern“ in diesem Zusammnhang nicht eindeutig definiert werden kann. Auf jeden Fall sind die Quilts eher nicht bildlich, sondern meistens abstrakt und geometrisch. Viele der Quilts könnten auch als Gebrauchsquilts genutzt werden.
Die QuiltCon ist eine jurierte Ausstellung. Dieses Jahr wurden über 600 Quilts gezeigt, sie wurden aus einem Vielfachen eingereichter Quilts ausgewählt. Das sorgt für einen hohen Standard bei allen Quilts. Im Gegensatz dazu wird beim Festival of Quilts in Birmingham jeder eingeschickte Quilt aufgehängt. Da haben ich neben ganz tollen Quilts auch welche gesehen, die ich mich geschämt hätte, überhaupt jemanden zu zeigen.
Es ist also eine sehr persönliche Geschmacksfrage, welche Quilts ich fotografiert und welche Fotos ich für diesen Beitrag ausgewählt habe. Ich war alle vier Tage der Ausstellung in Phoenix und hatte genügend Zeit mir alles in Ruhe anzuschauen. Am Donnerstag vor der Eröffnung war ich rechtzeitig da, um mein Eintrittsticket für alle vier Tage abzuholen. Dank Jetlag war ich sehr früh wach und die QuiltCon öffnete schon morgens um 8 Uhr die Ticketausgabe. Kurz bevor um 9 Uhr die Türen zur Ausstellung geöffnet wurden, bildete sich eine schier endlos lange Schlange davor.
Die Ausstellungshalle war riesig, die gut 600 Quilts und eine üppige Ladenstraße füllten sie nicht aus. Das führte zu viel Platz zwischen allen Gängen und der Möglichkeit jeden Quilt auch mit gebührend Abstand anschauen zu können. Viele Designs entwickeln ihre volle Wirkung erst aus der Ferne.
Ziemlich überwältigt von der schieren Größe bin ich in der Ausstellung erstmal in die Mitte gegangen und schaute mich um. Zuallerst fiel mir ein bekannter Quilt auf, die Harrisoson Map von Clara Stoikow aka bimbambuki
Hier ist der zweite Quilt von Clara - Toxic -Nice. Ein Gruppenquilt, für den sie andere Quilterinnen gebeten hatte, je einen einfachen Block in Lieblingsfarben und einen in Farben, die man überhaupt gar nicht zusammen mag, zu nähen. Insgesamt ist dieser Quilt sehr harmonisch geworden, die „nicht zusammenpassenden Farben“ strahlen nichts Negatives aus.
Der linke Quilt ist Back and Forth von Liz Kuny und der rechte Blobs von Lucie Belanger:
In der Ausstellung liefen viele freiwiliige Helferinnen mit weißen Handschuhen herum. Es war ein Leichtes, sich bei Interesse die Rückseiten der Quilts zeigen zu lassen. Besonders gut hat mir die Rückseite des Quilts 5 new Friends von Emilie Trahan gefallen. Eine Gruppenarbeit von 5 Frauen, die sich online neu kennengelernt hatten und auf der QuiltCon dann wohl zum 1. Mal auch in echt trafen.
Circle Play - Modern Dresden - Totems
Zur QuiltCon kommen sehr viele Besucher, trotz der breiten Wege zwischen den Quilts füllte es sich ziemlich.
Witzig fand ich den Quilt Splitting Seams von Stephanie Jurgensen, sie hat eine abgetragene Cordhose aufgetrennt und aufappliziert.
Viele Quilts sind mit der Maschine, entweder Haushaltnähmaschine oder Longarm, längs oder quer in engen parallelen Linien gequiltet. Manche Quilts bekommen dadurch eine schöne gleichmäßige Struktur, bei anderen, vor allem bei extrem engen Linien finde ich es langweilig. Mir haben die über die engen Linien frei gestickten Blüten auf dem Quilt Sketch 1 von Lisa Hofmann-Maurer gefallen.
Sehr fein fand ich den Mann zwischen den dicken schwarzen Stoffstücken im Quilt Sidewalk Repair von Carolyn Murphy.
Spannend war es, einen Quilt von Judith Martin zu sehen. Hin und wieder lese ich ihren Blog und weiß daher, daß sie alles mit alten Stoffen, die eine besondere Bedeutung haben, mit der Hand näht. Hier habe ich mir natürlich die Rückseite zeigen lassen. Der Quilt heißt Sacred Ground, dazu passt das Tattoo, derjenigen, die mir die Rückseit zeigt - Memento Mori ist lateinisch für Gedenke der Toten.
Die Desperados von Irene Roderick leuchteten durch die Gänge und zogen mich in ihrer Farbigkeit magisch an.
Sehr plastisch wirkte der Quilt Jiggly Mode von Catherine Butterworth. Sie hat die Kreise und Quadrate aufappliziert und den Hintergrund drumherum ganz dicht gequiltet. Das muß eine Heidenarbeit gewesen sein, aber anders hätte sie die Wirkung auch nicht erzielen können.
Dieses Jahr war Tara Faughan „special guest“ auf der QuiltCon, sie hatte eine Einzelausstellung. Viele ihrer Quilts sind mir zu voll, ohne Flächen, die dem Auge etwas Ruhe bieten oder den Quilt mehr struktieren würden. Allerdings wenn man von sehr weitem auf die Quilts schaut, wird das Spiel von Hell und Dunkel sehr interessant, da habe ich viele ihrer Quilts neu schätzen gelernt. Sehr gefallen hat mir, daß Tara Faughan beim Quilt Diamonds sowohl mit der Maschine als auch mit der Hand gquiltet hat.
Es hat noch sehr viel mehr Quilts gegeben, die mir gefielen und die ich mir im Laufe der Tage genau von Nahem und Fernen angeschaut habe. Es war eine ganz tolle Ausstellung, die weite Reise und der ganze Aufwand dafür haben sich für mich gelohnt.
Der Quilt Yes More Please! von Heidi Parkes und Zak Foster spricht mir voll aus dem Herzen. Aber ich werde so schnell aus vielen Gründen nicht wieder in die USA fliegen. Ich hätte gerne eine QuiltCon in Europa!
Mit Vergnügen habe auf der QuiltCon auch die vielen gepatchten Taschen und Kleidungsstücke bewundert und mit Interesse in der Ladenstraße gestöbert. Dazu gibt es in den nächsten Tagen hier noch einen Beitrag.