Ginger-Jeans
2.4.2025
Jetzt habe auch ich mir eine Ginger Jeans von Closet Core genäht.
Schon letztes Jahr wollte ich mir Hosen nähen, habe aber davor zurückgescheut. Jetzt habe ich mich endlich aufgerafft und zeige sie stolz beim heutigen MeMadeMittwoch.
2021 habe ich mir eine Jeans nach einem Burdaschnitt genäht, aber im Alltag hat die dann doch an einigen Stellen gezwickt. Ich hatte damals bewusst einen 100%-igen Baumwollstoff gekauft, dem fehlte dann doch die Nachgiebigkeit. Die Hose wurde relativ schnell zu eng, was mich sehr geärgert hat. Andrerseits schwankt bei mir der Taillenumfang und ich habe die Hose immer mal wieder angezogen. Tja und dabei fiel mir irgendwann auf, die Hose ist ja auch zu kurz! Ich hatte das Gefühl, daß der selbstverständlich vorgewaschene Stoff mit allen weiteren Wäschen weiter einlief. Auch wenn es nicht am Schnitt gelegen hat, daß ich mit der Hose nicht glücklich wurde, wollte ich ihn nicht noch einmal verwenden.
Ich hatte beschlossen, es jetzt mit der Ginger Jeans von Closet Core zu versuchen, dem von vielen Hosennäherinnen hochgelobten Schnitt. Da gibt es zwei Schnittvarianten und man steht erstmal vor der Frage, an welcher Stelle soll der Hosenbund sitzen? Ganz hoch mag ich es sicher nicht, aber auf der Hüfte oder ein bißchen höher? Und wie wird der Schnitt bei mir hinkommen, ich bin nicht sehr groß, normalerweise sind Schnitte bei mir eher zu lang. Ich habe es dann mal einfach mit der hüfthohen Jeans ausprobiert. Überhaupt die Maße, meine Taille hat im Verhältnis zur Hüfte viel Umfang. Bei den auf dem Schnitt angegebenen Körpermaßen lagen zwischen meinem Hüft- und dem Taillenmaß zwei Größen. Aber beim Vergleich der fertigen Nähmaße an einer Jeans, die gut bei mir sitzt, hatte ich an beiden Stellen die gleiche Größe. Im Schnittmuster sind schon an jeder Naht 1,5cm Nahtzugabe dabei, das ist ganz schön viel, man kann also bei Bedarf um einiges weiter werden. Also habe ich ohne weitere Anpassungen oder Änderungen die zu meinem Hüftumfang passende Größe zugeschnitten.
Diesmal habe ich einen Baumwolldenim gekauft mit 2% Elastan. Ein Extraprobemodell habe ich nicht genäht, denn diese Hose ist sozusagen das Probemodell. Zum Nähen habe ich ein Baumwollgarn in der passenden Farbe aus meinen Vorräten genommen. Es ist kein ganz dünnes Nähgarn, das passte auch gut zum Absteppen der Nähte. Die zugeschnittenen Teile habe ich erstmal geheftet und anprobiert und die Hose saß, einfach so. Das hat mich doch gewundert, auch an der Taille mußte ich nichts auslassen.
Zum Schnittmuster und der Anleitung ist schon viel geschrieben worden und man kann im Netz in Videos jeden einzelnen Arbeitsschritt anschauen. Das Nähen ist damit nicht schwierig, sondern einfach eine Fleißarbeit.
Zuerst kommen die Taschen dran. Hier beim MeMadeMittwoch habe ich schon öfter die fantasievollen Verzierungen der Gesäßtaschen bewundert. So etwas wollte ich auch, aber wie sollte die Verzierung aussehen? Ich habe mich für Kringel entschieden, die ich sehr gerne beim Freihandquilten mache. Ich habe die Kringel freihand auf Papier aufgemalt, ausgeschnitten und um die Schablone auf den Stoff gezeichnet. Ich wollte es nicht ganz freihand nähen, sondern EINEN Kringel gegengleich auf den Taschen haben.
Für die Taschenbeutel vorne habe ich einen Reststoff von einem Sommerrock genommen. Der Reißverschluß stammt aus meinen Beständen und war zu lang. Der Reißverschlußschlitz ließ sich nach der Anleitung ganz einfach sauber nähen. Ich habe schon nach viel komplizierteren Anleitungen Hosenschlitze genäht.
Diesmal habe ich die Jeans mit allem Drum und Dran genäht, mit Gesäßtaschen, Münzfach, obwohl ich das nie benutze, das ist für mich nur ein Designelement und Gürtelschlaufen. Gürtel trage ich nicht, aber auch die Gürtelschlaufen sind ein Designelemant, das nun mal zu einer Jeans gehört.
Nur Nieten habe ich keine eingeschlagen, da habe ich Angst alles zum Schluß noch zu ruinieren. Aus dem gleichen Grund habe ich auch keinen Jeansknopf eingeschlagen. Meine selbstangenähten Hosenknöpfe gehen immer ganz schnell wieder ab bei Benutzung. Keine Ahnung, was ich da falsch mache. Deshalb habe ich diesmal Haken und Öse an den Bund genäht und über den Haken auf der Außenseite einen Fakeknopf, um die Stiche zu verdecken.
Die Hose habe ich jetzt schon ein paar Tage getragen. Sie fühlt sich bequem an bei allem, was man so im Haushalt macht.
Mit der Jeans bin ich zufrieden, da möchte ich noch mehr von nähen. Ich hätte schon viel früher diesen Schnitt kaufen und danach nähen sollen. Aber ich habe einen großen Stapel alter Burda- und Knipmodehefte und dachte, ich muß doch nicht extra Geld für einen anderen Schnitt ausgeben. In den Heften finde ich bestimmt einen Hosenschnitt, der mir gefällt. Tja, manchmal sollte man doch der Herde folgen ;) und deswegen werde ich auch diesmal wieder aufmerksam die Berichte der anderen Näherinnen beim MeMadeMittwoch lesen.