100 Tage Challenge

 9.2.2026

Ich habe mir die Aufgabe gestellt, in 100 Tagen 100 Nine-Patch Blöcke zu nähen.

Dieses Jahr begann ich nähtechnisch mit kleinen Nine-Patch Blöcken. Zu Weihnachten hatte ich mir Onlinekurse von Tara Faughnan schenken lassen. Es geht darin um Farben und ihre Farbwerte, passend für Quilterinnen erklärt in Stoffen. Es hat mich schnell in den Fingern gejuckt, Stoff rauszusuchen und selber anzufangen. Um mit vielen verschiedenen Stoffen zu nähen, dürfen die einzelnen Teile nicht zu groß sein und um sie untereinander gut austauschen zu können, sollten sie alle die gleiche Form haben. Um zu entscheiden, gefällt mir meine Farbauswahl und sieht der entstehende Quilt gut aus, muß man erstmal alles zuschneiden und auslegen, bevor man zusammennäht. Ich habe mich entschieden Nine-Patches zu nähen. Die einzelnen Quadrate haben 3 cm Kantenlänge, der Nine-Patch 9 cm. So sind die einzelnen Blöcke klein genug, um nicht dominant aus dem Design herauszustechen. Die einzelnen Blöcke werden jeweils nur aus zwei Farben genäht, eine hellere und eine dunklere.

Wie ihr sicher schon ahnt, man muß sehr viele Stoffstückchen zuschneiden und Nine-Patch Blöcke nähen, damit man was sieht. Die ersten Tage des Januar, in denen ich mir Zeit für diese Spielerei nahm, endeten schnell. Andere Nähprojekte waren wichtiger. Ich befürchtete, wenn ich meine Nine-Patches beseite räume, ist das das Ende. Das wollte ich aber ganz und gar nicht. Im Internet hatte ich immer wieder von 100-Day-Challenges gelesen, die fand ich jeweils sehr reizvoll. Diese Challenges kamen mir jetzt wieder in den Sinn, jeden Tag einen Nine-Patch zu nähen kostet doch fast gar keine Zeit und nach 100 Tagen, das sind auch nur etwas mehr wie drei Monate, habe ich dann 100 Blöcke. Der Quilt ist eine Spielerei, es ist egal, ob er morgen fertig wird oder nächstes Jahr. Aber mit der 100 Tage Challenge gerät er nicht in Vergessenheit, sondern wächst stetig. Das war genau die richtige Idee!

Aber jetzt erstmal zurück zum Anfang. Wie Tara in ihren Videos erklärt, fängt sie mit ein paar Stoffen an und erweitert das Spektrum stetig. Auch ich liebe es, viele verschiedene Stoffe in einem Quilt zu verwenden. Warum z.B. einen roten Stoff nehmen, wenn ich doch drei ähnliche rote habe. Ich kaufe nie große Stoffstücke, meistens nur Fatquarter und habe im Laufe der Zeit viele Stoffe bzw. kleinere Stoffstücke von anderen Quilterinnen geerbt. So besteht meine Sammlung aus sehr vielen verschiedenen, kleineren Stoffstücken. Die meisten alleine reichen nicht einmal für kleine Quilts, aber aus vielen zusammen können locker große Quilts entstehen. So sah meine erste Stoffauswahl aus:

Aus diesen Stoffen habe ich Streifen geschnitten, aus denen dann die Quadrate für die Nine-Patches entstehen. Diese Streifen habe ich von dunkel nach hell sortiert und anhand von schwarz-weiß Fotos geschaut, ob ich die Farbwerte der einzelnen Streifen richtig zugeordnet habe.

Bei Nine-Patch Blöcken wechseln sich dunkle und helle Stoffe ab. Ich wollte jetzt aber nicht nur sehr kontrastreiche Blöcke nähen, sondern hellere, mittelhelle und dunkle Blöcke.

Ich hatte 29 Blöcke genäht, als ich mich zur 100 Tage Challenge entschied. Ich hatte bisher nie tägliche Projekte gemacht, weil ich es nicht durchhalte, so regelmäßig etwas zu machen. Wenn wir Besuch bekommen oder wegfahren, habe ich keine Lust nebenbei noch irgendeine Aufgabe erledigen zu müssen. Ich möchte mich dann ganz und gar dem Geschehen widmen ohne Ablenkung. Und es gibt Tage, an denen mir so eine Aufgabe Spaß macht, ich Zeit habe und länger dran arbeiten möchte.

Aber, wer verlangt eigentlich, daß ich jeden Tag genau einen Block nähen muß? Natürlich Niemand!

Also setzte ich für mich die Regel, in den 100 Tagen möchte ich 100 Blöcke nähen. Es ist egal, ob ich einen Tag viele schaffe und andere Tage gar keine, Hauptsache nach 100 Tagen gibt es 100 fertige Blöcke. Nachdem ich das beschlossen hatte, war klar, so ziehe ich die Challenge durch. Es war der 19. Januar, den ich dann direkt als Anfangstag festlegte. Damit ist der 29. April der 100. Tag. 

Ziemlich schnell stellte ich fest, daß sich zwei Nine-Patch Blöcke gut auf einmal nähen lassen, wenn ich von jeder Stoffkombination je einen Block mit unterschiedlicher Hell-Dunkel Verteilung haben möchte.

neue nine patches

Was mir an der jetzt sehr langsamen Vorgehensweise gefällt ist, daß ich jeden Tag wieder Lust habe, mir genau zu überlegen, welche beiden Stoffe gut zueinander passen und wie sie sich bei den anderen, schon genähten Blöcken einfügen.

Zu Anfang hatte ich einige Blöcke genäht, bei denen es schwierig ist, zu entscheiden, welche Farbe die dunklere und welche die hellere ist. Jetzt schaue ich mir meine Stoffe erstmal in schwarz-weiß an, ob man einen Kontrast sieht. Hier das Foto von oben in Graustufen:

neue nine patches in schwarz weiss

Heute bin ich seit drei Wochen dabei, meine Bedingungen für mich funktionieren. Ich habe inzwischen 30 Blöcke genäht. Der Vorsprung gibt mir das sichere Gefühl, es zu schaffen. In der von mir bestimmten Zeitspanne liegen eine Reihe verplanter Tage, an denen ich ganz sicher nicht zum Nähen kommen werde.

Zum Abschluß gibt es noch Fotos von der wachsenden Zahl an Blöcken. Wie man sieht habe ich inzwischen auch die Farbe Blau hinzugefügt.

Ich bin gespannt, wie sich der Quilt entwickeln wird. Am 29.April werde ich ziemlich sicher nicht über den Stand der Dinge berichten, da bin ich unterwegs und ganz anders beschäftigt.

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