Die Patchworkjacke ist fertig
18.6.2026
Im April lud Karen von feuerwerk by KaZe zu Stoffspielereien mit dem Thema „Altes in Neuem“ ein. Ich hatte eine Patchworkjacke angefangen, die jetzt fertig ist.
Zum Termin der Stoffspielereien, Ende April, war das Patchwork fertig und die Jacke zugeschnitten. Aber mir stellten sich jede Menge Fragen, wie mache ich jetzt weiter. Eure Kommentare halfen mir sehr mich zu entscheiden.
Offen waren die Fragen:
- Knöpfe, Reißverschluß oder gar nichts
- Kragen ja oder nein
- Taschen auf jeden Fall, aber wie
- Futter verstürzen oder mit Schrägstreifen versäubern
Knöpfe 1
Gar kein Verschluß bei der Jacke hätte mir nicht gefallen. Knöpfe ja, aber ich nähe sehr ungern Knopflöcher. Mit einem Reißverschluß hätte ich das elegant umgehen können. Aber auch in den Kommentaren wurden Knöpfe favorisiert. Also gab ich mir einen Ruck und beschloß, das Knopflöcher nähen wird schon klappen.
Die erste, einfachste und schnellste Maßnahme war dann das Futter vorne in der Mitte für die Knöpfe zu verstärken.

Kragen
Einen Kragen wollte ich auf jeden Fall, war mir aber nicht sicher, ob meine Stoffreste dafür noch reichen werden. Dank der Vorschläge für die Taschen (siehe weiter unten), hatte ich genug Stoff für einen Kragen. Aus dem petrolfarbenen Cord konnte ich ein ganzes Kragenteil zuschneiden. Das war perfekt, denn ein Kragenteil wird verstärkt und auf die Nähte von Patchwork mag ich keine Vlieseline bügeln. Da zeichnen sich die Nahtzugaben zu sehr auf der Vorderseite ab. Das 2. Kragenteil habe ich gepatcht.

Die beiden Kragenteile wollte ich nicht verstürzen. Die waren mir zu dick, um die Kragenecken ordentlich ausformen zu können. Deshalb habe ich den Kragen mit einem dunkelblauen Schrägband eingefaßt.

Taschen
Natürlich braucht eine Jacke Taschen, das ist gar keine Frage, aber wie sollen sie aussehen. Für die Tamarack Jacke (Tamarack-Jacket von Closet Core) sind Paspeltaschen oder aufgesetzte Taschen vorgesehen. Paspeltaschen wären mir mit dem Stoff zu schwierig gewesen. Selbstverständlich wollte ich aufgesetzte Taschen nähen, hatte ich so von Anfang an gedacht. Aber der Stoff reichte nicht dafür, bzw ich hätte sie nur aus sehr kleinen Resten nähen können. Und auf den gepatchten Vorderteilen passten überhaupt keine aufgesetzten Taschen oder Paspeltaschen, sie hätten das Design unterbrochen, was mir überhaupt nicht gefiel.
Von Euch kam der Vorschlag, Taschenbeutel in die Seitennaht ein zu nähen. Das war eine geniale Idee, danke! In der Seitennaht sind mir Taschen oft zu weit hinten, um bequem die Hände hinein stecken zu können. Aber das Patchwork der Jacke hatte ich in Streifen genäht, die Taschen habe ich zwischen zwei Streifen mit eingenäht. Dafür habe ich erstmal die Nähte und die beiden Ziernähte links und rechts davon wieder aufgetrennt.

Aus einem anderen Schnitt hatte ich mir einen Taschenbeutel kopiert und an die Jacke und meine Hände angepasst. Die konnte ich jetzt aus irgendeinem Stoff zuschneiden, die würde man eh nicht sehen. Falls sie rausblitzen sollten, habe ich vorsichtshalber dunkelblauen Stoff genommen.

Als alle Nähte wieder zugenäht und gebügelt waren, sah man kaum etwas von den Taschenöffnungen. Das hatte sehr gut geklappt. Die Taschenbeutel habe ich innen an den Patchworknähten jeweils mit ein paar Handstichen befestigt, damit sie in der Richtung liegen bleiben, in die sie gehören.
Futter
Jetzt kam das Futter an die Reihe, verstürzen oder Schrägband. In der Anleitung für die Jacke werden alle Kanten und Nahtzugaben mit Schrägband versäubert. Die Nahtzugaben innen hatte ich so wie üblich zusamengenäht, die mußten nicht mehr versäubert werden, aber die Außenkanten. Eigentlich sieht es bei den Beispielen zur Tamarack Jacke im Internet so schön sauber aus, alles mit Schrägband. So wollte ich es auch, ganz ursprünglich. Aber dann entschied ich mich für richtigen Futterstoff und kein Vlies und kein Quilten. Aber ich hatte nach Schnittmuster zugeschnitten und wenn ich jetzt die Jacke mit dem Futter verstürze, fehlt mir die Nahtzugabe. Um soviel wird die Jacke dann schmäler und kürzer. Wird mir das beim Tragen fehlen? Ich entschied, die Jacke, die ich natürlich schon anprobiert hatte, kann das vertragen und habe dann einfach verstürzt. Rechtzeitig dachte ich auch noch daran, oben am Kragen in der rückwärtigen Mitte einen Aufhänger mit anzunähen. Vergesse ich fast immer und ärgere mich dann darüber beim Tragen.

Knöpfe 2
Jetzt fehlten nur noch Knöpfe und Knopflöcher. In meinem Fundus gab es keine einheitlich großen Knöpfe, ein Sammelsurium sah einfach nicht gut aus, das wirkte auf dem Patchwork nur chaotisch. Es dauerte eine Weile, bis ich in die Stadt kam, um Knöpfe zu kaufen. Die Knopflöcher habe ich von der Automatik meiner Nähmaschine nähen lassen. Das klappte einwandfrei und ging ganz schnell, viel länger hatte es gedauert, meine Bedenken beseite zu schieben und und endlich die Maschine zu starten.
Die fertige Patchworkjacke
Zum Abschluß gibt es jetzt viele Fotos mit der fertigen Patchworkjacke an mir, offen und zugeknöpft, die Hände in den Taschen oder nicht.
Die Jacke trägt sich so ganz gut. Ich bin froh, mich für ein rutschiges Futter entschieden zu haben, es gleitet soviel besser beim Anziehen. Schon lange wollte ich mir ein Patchworkjacke nähen, jetzt bin ich sehr zufrieden, es endlich gemacht zu haben. Vielen Dank nochmal an Karen, feuerwerk by KaZe.
Wann, wo und wie oft ich die Jacke tragen werde, mal sehen. Normalerweise bevorzuge ich regenfeste Jacken, für dieses besondere Stück werde ich in Zukunft Ausnahmen machen.
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